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Deutschland hat Rücken – kann Bewegung helfen?

Bundesweite Studie in über 100 Therapieeinrichtungen untersucht die Trainingseffekte bei Rückenschmerzen

MÜNCHEN/KÖLN/MAISACH – Führt gezielte Bewegung zu weniger Rückenschmerz und mehr Lebensqualität? Diese Frage stellt sich Professor Dr. Klaus Baum, Experte für anwendungsorientierte Trainingsforschung. Mit Physio Aktiv – dem größten Netzwerk für Physiotherapeuten im Bereich Gesundheitstraining – sucht er in einer deutschlandweiten Rückenstudie die passende wissenschaftliche Antwort. Bereits am 01.09.2017 beginnt die aktive zweimonatige Studienphase. Dafür werden Teilnehmer/innen mit Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich gesucht. „Wir freuen uns sehr, dass von der Studie nicht nur die Wissenschaft, sondern auch direkt die Rückengesundheit der Teilnehmer profitiert“, betont Nicolai Rolli, Geschäftsführer von Physio Aktiv.

Studie auch in Maisach

Das Zentrum für Gesundheit Dombo in Maisach, Partner von Physioaktiv, nimmt an der Studie teil. Hier laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. In Kürze erfahren Sie hier, wann in Maisach der Aktionszeitraum beginnt.

Rückenfeind Schreibtischalltag

Rückenschmerzen sind weit verbreitet und gelten als die Volkskrankheit Nr. 1 in der Bundesrepublik. Bis zu 85 Prozent aller Menschen leiden mindestens einmal in ihrem Leben unter Rückenschmerzen – viele sogar chronisch. Ein Problem, über das man nicht hinwegsehen kann. „Häufig entstehen Rückenschmerzen durch zu langes Sitzen, Bewegungsmangel und einseitige Tätigkeiten“, erklärt Professor Dr. Baum, der nicht nur Biologie und Sport studierte und in Naturwissenschaften promovierte – mit einer folgenden Habilitation in Physiologie –, sondern auch ein eigenes Trainingsinstitut in Köln leitet. Das sei eine typische Nebenwirkung unseres Schreibtischalltages. „Besonders der untere Rückenbereich – die Lendenwirbelsäule – trägt viel Gewicht und ist oft von Schmerzen betroffen“, weiß der Professor.

Raus aus der Schonung, rein in die Bewegung

Wenn es dann im Rücken zu zwicken beginnt und der Schmerz einsetzt, ziehen sich die Betroffenen gerne zurück und gönnen ihrem – ohnehin schon unter mangelnder Bewegung leidenden – Rücken eine Pause. Das kann ein entscheidender Fehler sein. „Zusätzliche Schonung würde langfristig noch Öl ins Feuer gießen und Rückenschmerzen erst richtig aufflammen lassen – das kann der Beginn eines unangenehmen Schmerzteufelskreises sein“, erklärt Professor Dr. Baum. Die Erfahrung aus der Physiotherapie zeige, dass adäquate Bewegung diesen Teufelskreis aus wiederkehrenden Schmerzen nachhaltig durchbrechen kann. Die Erklärung ist leicht nachvollziehbar. „Durch gezielten Muskelaufbau steigert man nicht nur die Kraft, sondern stabilisiert und entlastet gleichzeitig die Wirbelsäule und nimmt den Druck von der Schmerzstelle. Zusätzlich lösen sich Verspannungen und die Beweglichkeit nimmt wieder zu – und somit nach und nach auch die Lebensqualität“, erklärt der Professor. Doch auf Erfahrung allein will sich Prof. Dr. Baum nicht verlassen: „Erfahrung ist gut, aber wissenschaftliche Fakten sind besser!“ Diese sollen nun die Studienergebnisse und somit die Rücken der Teilnehmer liefern. „Eine deutschlandweite Untersuchung in dieser Dimension von über 100 Einrichtungen mit 50 Teilnehmern hat es bis dato noch nicht gegeben,“ skizziert er das Potenzial dieser Studie.

Training für die Wissenschaft und gegen den Schmerz

Mitmachen dürfen Teilnehmer über 18 Jahre, die in den letzten sechs Monaten kein Krafttraining betrieben haben und unter Schmerzen im unteren Rückenbereich leiden. Nach einer umfassenden Anamnese trainieren sie während der aktiven Studienphase über zwei Monate lang zweimal wöchentlich mit einem individuell angepassten Trainingskonzept nach neuesten sportwissenschaftlichen Erkenntnissen. „Wir legen dabei Wert auf ein hochmodernes Gerätesystem sowie eine enge Trainingsbetreuung durch ein spezialisiertes Team aus Physiotherapeuten und ausgebildeten Trainern, damit auch Rückenschmerzpatienten sicher trainieren können“, so Nicolai Rolli. Zusätzlich erhalten die Probanden in einem praktischen Erklärvideo nützliche Tipps und Tricks zum richtigen Bewegungsverhalten bei Rückenschmerzen.

Prof. Dr. Baum begleitet die Studienphase wissenschaftlich mit einem onlinebasierten Befragungssystem, das nicht nur physische, sondern auch psychologische Faktoren berücksichtigt. „Dazu müssen die Teilnehmer lediglich zu Beginn, in der Mitte und im Anschluss an die aktive Studienphase die wissenschaftlichen Fragen vor Ort im Studio am Computer beantworten“, erklärt Nicolai Rolli. Die Auswertung wird mit den Ergebnissen einer Kontrollgruppe verglichen und liefert nützliche Erkenntnisse für die anwendungsorientierte Trainingsforschung. „Dann werden wir wissen, wie effektiv unser Trainingskonzept schon in kurzer Zeit auf Rückenschmerzen und letztlich die Lebensqualität des Betroffenen auswirkt“, ist Prof. Dr. Baum schon jetzt gespannt. Die Kosten für das zweimonatige wissenschaftlich und physiotherapeutisch betreute Training inklusive Anamnese und Lernvideos betragen für Studienteilnehmer nur 99,- Euro.

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